Mein Weg nach dem nicht bestandenen ersten Staatsexamen
Damals begann für mich mit dem Jurastudium in Kiel ein Weg, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand für mich fest, wie mein beruflicher Weg einmal aussehen sollte: erstes Staatsexamen, Referendariat, zweites Staatsexamen und anschließend der Einstieg in einen klassischen juristischen Beruf. Das war für mich lange die naheliegende Vorstellung.
Ich habe viele Jahre für das erste Staatsexamen gelernt und mich kaum damit beschäftigt, was passieren würde, wenn es nicht klappen sollte. Natürlich wusste ich, dass ein endgültiges Nichtbestehen möglich war. Wie es sich anfühlen würde, wenn dieser Fall tatsächlich eintritt, wusste ich allerdings nicht.
Als ich dann endgültig durchgefallen war, war ich zunächst enttäuscht und vor allem unsicher. Der Weg, den ich so lange vor mir gesehen hatte, stand plötzlich nicht mehr offen. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie es beruflich weitergehen kann, wenn der ursprüngliche Plan nicht mehr funktioniert.
Eine Antwort darauf hatte ich nicht sofort. Ich musste erst einmal Abstand gewinnen, mich sortieren und überlegen, was wirklich zu mir passt. Schließlich stieg ich im Quereinstieg als Anwaltsassistenz in einer größeren Strafrechtskanzlei ein. Dort merkte ich schnell, dass ich in diesem Bereich bleiben und die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten absolvieren möchte.
Heute arbeite ich in einem Bereich, in dem ich angekommen bin und meine Fähigkeiten sinnvoll einsetzen kann. Das endgültig nicht bestandene Staatsexamen war ein großer Einschnitt, aber nicht das Ende meiner beruflichen Möglichkeiten.




